Solid Basics #003 – Immer der Nase nach

Wie finde ich interessante Daten in Solid Pods? Solid arbeitet nach dem Prinzip „Follow your nose“. Sowohl Menschen, als auch Maschinen und Apps können damit, ausgehend vom Social-Web-Profil, weitere interessante Daten finden.

Mit diesem Prinzip, kannst du zum Beispiel die Folien meiner Vorträge in meinem Solid Pod entdecken. Legen wir los!

Ausgangspunkt ist mein Profil unter https://angelo.veltens.org/profile/card. Es verlinkt meine WebID mit einer Vielzahl weiterer Informationen. Wenn du den Link anklickst, öffnet sich der „Solid Data Browser“. Nicht erschrecken: er ist noch sehr hässlich, aber dennoch äußerst nützlich, um „Follow your nose“ zu verdeutlichen.

Relativ weit oben findest du meinen Namen „Angelo Veltens“ gefolgt von „performer In“ und einer Auflistung von „it“. Es handelt sich dabei um Daten-Tripel, die eine Beziehung zwischen mir und weiteren Dingen herstellen.

Alle Bestandteile dieser Tripel sind Links, die wir anklicken können, um zu verstehen was genau dahinter steckt. Klicke mit der mittleren Maustaste auf „performer In“, um den Link in einem neuen Tab zu öffnen. Du befindest dich nun auf schema.org und erfährst:

Event that this person is a performer or participant in.

Beschreibung der Beziehung „performerIn“ bei schema.org.

Wir wissen nun also, dass „perfomer In“ auf Veranstaltungen verweist, auf denen ich aufgetreten bin. Folgen wir dieser Spur weiter! Zurück auf der Profilseite klickst du auf einen der „it“-Links, um Informationen zur jeweiligen Veranstaltung abzurufen. Dort werden wir womöglich auf Vortragsfolien stoßen.

Im Data Browser öffnen sich nun Informationen zur ausgewählten Veranstaltung. Ab jetzt geht es in einer Baumstruktur weiter. Frag mich nicht warum – ich sagte bereits, das User Interface ist murks 🤷‍♂️. Bitte versuche es für den Moment zu akzeptieren und das dahinterliegende Prinzip zu verstehen.

In den Veranstaltungsdaten findest du neben Name und Beschreibung auch einen Punkt „Work Featured“. Klicke auf das kleine Dreieck vor „slides“, um weitere Daten auszuklappen. Der Type „Presentation Digital Document“ lässt erahnen, dass wir die Folien gefunden haben.

Daten eines Events in einer aufklappbaren Baumstruktur. „Work featured“ führt weiter zu den Vortragsfolien.

Um die Folien einzusehen, müssen wir aber noch die konkreten Dateien finden. Davon kann es mehrere geben. Unter „Associated Media“ kannst du einen weiteren Abschnitt „web“ und/oder „pdf“ aufklappen und kommst dort zu konkreten Ausprägungen der Folien (PDF oder HTML). Wenn du nun noch die „Content Url“ aufklappst kannst du die Folien betrachten. (Alternativ kannst du den Wert von „Content Url“ per drag-and-drop in die Browserleiste ziehen – erneut 🤷‍♂️)

Einige Ebenen tiefer finden sich die konkreten Dateien der Vortragsfolien. In diesem Bild als PDF-Dokument.

Wozu der ganze Aufriss?

Zugegeben, das war jetzt nicht nur wegen des Data-Browser-UIs eine schlechte User Experience. Darum geht es hier aber auch gar nicht.

Ein wichtiger Aspekt von Solid ist die grundsätzliche Auffindbarkeit von Daten, ausgehend vom Profil einer Benutzer:in, allein durch das Folgen von Links. In der Praxis wird das, was wir hier mühsam von Hand durchgeführt haben, durch Apps automatisiert.

Wirf einen Blick in den Abschnitt „Talks“ meiner Website. Die Seite macht genau das, was wir gerade getan haben, nur viel schneller und automatisch. Dadurch ist die Seite in der Lage alle Infos, Folien und Videoaufzeichnungen meiner Talks gebündelt und gut zugänglich darzustellen.

Durch die Trennung von Apps und Daten, sind auch andere Webseiten und Anwendungen in der Lage, diese Informationen zu verwerten.

Das Follow-your-nose-Prinzip lässt sich automatisieren. Apps können die Daten dann auch „in hübsch“ anzeigen.

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